Merksatz 52

Entweder eintüten oder verlieren. Dazwischen gibt es nichts.

Abschluss einleiten und sichern

Der Fall

Die erfahrene Immobilienmaklerin Sandra hatte ein junges Paar durch eine Besichtigung geführt.

Lage, Preis und Ausstattung – alles passte. Beim letzten Gespräch entstand eine gute Stimmung und das Paar zeigte reges Interesse.

Sandra spürte, dass sie kurz vor dem Abschluss stand.

Doch sie zögerte: Sollte sie den Notartermin direkt ansprechen? Sie fürchtete, Druck zu erzeugen, und sagte lieber nichts.

Man verabschiedete sich freundlich, ohne dass es klare nächste Schritte gab.

Zwei Wochen später erfuhr Sandra, dass das Paar die Immobilie über einen anderen Makler gekauft hatte. Derselbe Preis, dasselbe Objekt – aber jemand anderes hatte die Käufer zielgerichtet zum Abschluss geführt.

Der Fehler

Sandra war zu zurückhaltend.

Sie hatte es versäumt, den Abschluss aktiv zu gestalten. Dabei war der Moment reif gewesen.

Anstatt vorsichtig in Richtung Abschluss zu führen und Unsicherheiten zu klären, ließ sie die Initiative liegen.

Die Folge: Die Unsicherheit des Paares blieb bestehen und ein anderer nutzte die Gelegenheit.

Wer nicht führt, wird ersetzt.

Gerade im Zieleinlauf braucht es eine sanfte, aber klare Führung. Keine Argumente, sondern Orientierung und Sicherheit.

Ein Abschluss ist kein Zufall, sondern eine bewusste Phase.

Wer sie nicht einleitet, verliert.

Die Lösung

Der Zieleinlauf ist eine eigene Phase.

Sie beginnt mit dem offenen Signal, dass nun der Abschluss vorbereitet wird. Nicht durch Druck, sondern durch vertrauensvolle Einladung.

Ziel: Die Gegenseite emotional zum Abschluss begleiten.

Dabei hilft ein Bild: Der Sprung vom 10-Meter-Brett. Niemand springt, wenn er der Absicherung nicht traut. Jetzt zählt Vertrauen mehr als Argumente. Was jetzt wirkt, ist Ruhe, Empathie, langsame Bewegung und die Kontrolle behalten.

Drei konkrete Maßnahmen:

  1. Abschlussphase markieren:
    Kündigen Sie ruhig und klar an: “Ich glaube, wir sind am Punkt, wo wir konkret über den Abschluss sprechen können. Gibt es aus Ihrer Sicht noch etwas, das dem entgegensteht?”
  2. Hindernisse erfragen:
    Ermöglichen Sie ein letztes Klärungsfenster: “Was müsste noch passieren, damit Sie Ja sagen können?”
  3. An-die-Hand-nehmen:
    Verzichten Sie auf neue Argumente. Bleiben Sie in der Nähe, bieten Sie Sicherheit: “Lassen Sie uns gemeinsam durchgehen, was jetzt noch zu tun ist.”

Der Merksatz

Der Zieleinlauf: Verkünden Sie die Ankunft, identifizieren Sie letzte Hindernisse, nehmen Sie die andere Seite an die Hand und bleiben Sie wachsam – die Angst vor Verlust überwiegt die Sorge um verpasste Chancen.

Die ZENTUNO-Methode

Die ZENTUNO-Methode strukturiert den komplexen Verhandlungsprozess in überschaubare Phasen. Sie hilft, den Überblick zu behalten, Ziele konsequent zu verfolgen und ermöglicht eine systematische, fehlerfreie Herangehensweise an jede Verhandlungssituation.

Darstellung des Zentuno-VerhandlungsrastersMehr erfahren

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